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Ratgeber
Alkohol = Gift für die Entwicklung
Wichtig ist, mit dem Alkohol-Stopp nicht zu warten, bis die Schwangerschaft definitiv feststeht.
Jeder Frau, die ein Kind plant, ist zu raten, nicht den letzten positiven Test abzuwarten, bevor sie
aufhört zu trinken. Bis dahin gehen häufiger sechs Wochen ins Land. In den ersten acht Wochen werden
aber schon embryonale Organe angelegt. "Keine Frau schadet Ihrem Kind mit Absicht, auch Alkoholikerinnen
nicht," sagt Marlis G., die über die Jahre mit Lisa zur FAS-Expertin geworden ist. "Aber das Unwissen
ist ein großes Problem. Viele Frauen haben das Mir-wird-schon-nichts-passieren-Syndrom und trinken Alkohol.
Sie sollten wissen, dass ihr Baby mittrinkt und nicht nein sagen kann. Keine würde als Mutter Bier in
die Babyflasche tun, das wäre schockierend. Aber sie trinken als Schwangere, und das Ergebnis ist das
gleiche."
- Reduzieren Sie schon ab Ihrer Entscheidung für ein Kind Ihren Alkoholkonsum.
- Verzichten Sie am besten während der gesamten Schwangerschaft auf alkoholische Getränke.
- Bitten Sie Ihre Familie, Freunde und Bekannte, Sie beim Alkoholverzicht zu unterstützen.
- Lassen Sie sich von niemandem einreden, "ein Gläschen könne doch nicht schaden" usw.
- Sprechen Sie auch mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt über Alkohol in Schwangerschaft
und Stilllzeit. So können Sie sich individuell beraten.
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Therapien die helfen können
Krankengymnastik
Ergotherapie
Schlucktherapie
Logopädie
Motopädie
Musiktherapie
Was ist Krankengymnastik?
Das therapeutische Vorgehen mit Krankengymnastik ist angezeigt bei angeborenen und degenerativen
Veränderungen der Strukturen des Haltungs- und Bewegungsapparates, bei traumatisch, entzündlich
und funktionell bedingten Bewegungsstörungen, bei zentral (cerebral, cerebellären und spinal) bedingten
Bewegungsstörungen, bei peripheren Lähmungen und bei atrophischen und dystrophischen Muskelveränderungen
und funktionellen Störungen von Organsystemen.
Leistungen
- Erstellung der krankengymnastischen Befunderhebung im Rahmen des ärztlichen
Behandlungsauftrages;
- Behandlung funktionsgestörter Gelenke;
- Stabilisierung überbeweglicher Gelenke:
- Wiederherstellung des Muskelgleichgewichts;
- Dehnung verkürzter Weichteilstrukturen;
- Aktivierung und Kräftigung geschwächter Muskulatur, auch mit Geräten;
- Schmerzstillende und tonusregulierende Maßnahmen;
- Schulung physiologischer Haltung und Bewegung;
- Beeinflussung der Atmungsmechanik und Atmungsregulation;
- Durchblutungstfördernde und entstauende Maßnahmen; Anwendung von Massagegriffen im Rahmen
der lokalen Beeinflussung im Behandlungsgebiet als vorbereitende oder ergänzende Maßnahme
der krankengymnastischen Behandlung;
- Maßnahmen zur Verminderung von pathologischen Bewegungsmustern;
- Maßnahmen zur Regulierung des Haltungs- und Bewegungstonus;
- Ergänzende Beratung in Bezug auf das Krankheitsbild in Aktivitäten des täglichen Lebens.
- Angepaßt an das jeweilige Befinden des Patienten sind die folgenden Behandlungziele
anzustreben:
- Bestmögliche Beherrschung der statischen Körperfunktionen
- Bestmögliche Erarbeitung funktioneller und koordinierter Bewegungsabläufe.
Was ist Ergotherapie?
Die Ergotherapie verbessert und/oder erhält verlorengegangene oder noch nicht erworbene Funktionen
geistiger, körperlicher und psychischer Art durch entsprechende Therapiemaßnahmen. Ziel der Ergotherapie
ist die größtmögliche Selbständigkeit in Schule, Beruf, Alltag und sozialem Umfeld. Jede Behandlung
beginnt mit einem Anamnesegespräch und einer ausführlichen Befundung. Dieser schließt sich die
Zielsetzung und der individuelle Aufbau der Therapie an. Sie benötigen vom behandelnden Arzt eine
Verordnung für ergotherapeutische Behandlung. Die Kosten der Therapie tragen die gesetzlichen und
privaten Krankenkassen.
Ergotherapie eignet sich für Kinder und Jugendliche mit:
Körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklungsrückständen/ -verzögerungen Störungen des
Bewegungsapparates Wahrnehmungsstörungen Lernproblemen (Lese- Rechtschreibschwierigkeiten)
Verhaltensauffälligkeiten/ -störungen in Form von Hyperaktivität, Passivität, Aggressionen oder
Ängsten.
Welche Ziele verfolgt die Ergotherapie?
Größtmögliche Selbständigkeit im Alltag, in der Schule und im weiteren sozialen Umfeld Entwicklung
und Verbesserung der Grob- und Feinmotorik Verbesserung der graphomotorischen Fähigkeiten Erhaltung
oder Verbesserung der Koordination von Bewegungsabläufen: Auge-Hand-Koordination,
Hand-Hand-Koordination, Auge-Fuß-Koordination Entwicklung und Verbesserung der Bewegungs- und
Handlungsplanung Verbesserung der Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung von Wahrnehmungs-
Sinnesreizen (Sensorische Integration), Verbesserung der Kommunikation, Verbesserung der
Hirnleistungen (Ausdauer, Konzentration, Merkfähigkeit) Förderung bei Lese-Rechtschreibschwäche,
Vermeidung von Folgeschäden und Entwicklungsrückständen.
Was ist Schlucktherapie?
Ziel von Schluckdiagnostik und Therapie ist zweierlei:
Ein Höchstmaß an Sicherheit vor Ersticken und Aspirationsfolgen ein befriedigendes Esserleben
als Beitrag zu wiedergewonnener Lebensqualität In beiden Punkten kann über das Ziel
hinausgeschossen werden: Mit einer unnötigen rein künstlichen Ernährung würde auch auf die
Stimulation des sich erholenden Gehirns mit Hilfe des Geschmackssinns verzichtet. Auf der
anderen Seite kann die Überstrapazierung der Schutzreflexe dazu führen, dass das Essen wegen
ständigem Husten und Würgen zur Qual wird.
Der Weg zur Freude am Essen bei ausreichender Sicherheit für die Atemwege führt über die
Schluckdiagnostik, hiervon müssen Kinder nicht länger ausgenommen sein.
Was ist Logopädie?
Was sind die Aufgaben der Logopädie?
Da bei nicht wenigen Patienten mit erworbenen Hirnschädigungen Sprachstörungen und/oder
Sprechstörungen sowie Schluckstörungen auftreten, stellt die Logopädie ein wichtiges Element
der Gesamttherapie dar.
Die Diagnostik der Logopädie beinhaltet auch das Verstehen, Lesen und Schreiben. Die
störungsspezifische Therapie, meist in Form von Einzel- und gelegentlich auch von
Gruppenbehandlungen, zielt in erster Linie auf die Verständigung in Alltagssituationen ab.
Gegebenenfalls werden dabei auch nichtsprachliche Verständigungshilfen benützt. Dazu gehören
Bilder, Symbole und Gesten. Gleichzeitig werden Schreib- und Rechenstörungen in enger
Zusammenarbeit mit der Neuropsychologie und Ergotherapie behandelt.
Inhalt eines Gesprächs bzw. der Sprache ist immer ein Informationsaustausch. Es werden inhaltlich,
sachliche Begebenheiten vermittelt und emotionale Zustände,Wünsche und Bedürfnisse ausgedrückt.
Ziel der sprachtherapeutischen Behandlung ist die Wiederherstellung dieser kommunikativen Fähigkeiten.
In Abhängigkeit vom Ausmaß der Sprachstörung streben wir eine Aktivierung der ursprünglichen Fähigkeiten
an. Alternativ helfen wir bei Bedarf kompensatorische Verständigungsmöglichkeiten aufzubauen.
Was ist Motopädie?
Motopädie ist die Lehre von der menschlichen Bewegung, ihrer Entwicklung, ihren Störungen sowie deren
Erfassung und Behandlung. Sensorische Reizüberflutung und schulischer Dauerstreß mit überhöhten
geistigen Leistungsanforderungen haben zu pathogenen Lernbelastungen geführt. Im Gesamtprozeß der
Persönlichkeitsentwicklung kommen emotionale und soziale Werte eindeutig zu kurz. Die Zeit für
zweckfreies Spiel und schöpferische Muße ist zu knapp geworden, der Bewegungs- und Aktionsraum zu klein.
So kommt es häufiger als früher zu psychomotorischen Erregungs- und Gefühlsstauungen, deren
Bedürfnisspannung sich bis ins Unerträgliche steigern kann.
Die Folgen sind erhöhte Ablenkbarkeit, Reizbarkeit, Überaktivität und Bewegungsunruhe, mit Neigung zu
aggressiven Kurzschlußreaktionen. Es darf heute als gesichert angenommen werden, daß man durch
psychomotorische Frühförderungen im Elternhaus und Kindergarten kindlichen Fehlentwicklungen wirksam
vorbeugen kann.
Das Aufgabenfeld des Motopäden ist die Förderung von Kindern und Jugendlichen im Wahrnehmungs-,
Bewegungs- und Erlebensbereich. Der Motopäde initiiert im Rahmen psychomotorischer Bewegungserziehung
oder mototherapeutischer Behandlung bewegungsorientierte Lernprozesse, die es dem einzelnen
ermöglichen, sich mit den Anforderungen der Umwelt im sozial-gegenständlichen Bereich
auseinanderzusetzen und adäquat zu handeln.
Dabei sollen normale, aber auch bewegungsgestörte, verhaltensgestörte, lern- oder geistig behinderte
Kinder über gezielte individualmotorische sozialmotorische Lernprozesse des Wahrnehmens, Erlebens und
sinnvollen Handelns zu einer besseren Lebensbewältigung befähigt zu werden.
Die Arbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Ärzten, Psychologen und Pädagogen, deren Fachkenntnisse
für die Arbeit des Motopäden mit herangezogen werden.
Was ist Musiktherapie?
In der Arbeit mit behinderten Kindern und Erwachsenen, aber auch bei alten oder unheilbar kranken
Menschen wird Musiktherapie zur Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt. Über selbst produzierte
Klänge und Melodien nehmen die Klienten und der Therapeut Kontakt zueinander auf. Das gemeinsame
Musizieren verbessert ihr Erleben, schärft ihr Hören und Fühlen und ermöglicht Gemeinschaftserlebnisse,
die aufgrund der körperlichen Probleme nicht mehr erfahren werden können oder im Leben bisher nie
erfahren wurden. Musiktherapie trägt oft dazu bei, das mühsame Leben mit einem schwer behinderten Körper
durch ein besseres Gleichgewicht zwischen Spannung und Entspannung zu bewältigen. Manchmal ermöglicht
Musiktherapie auch lediglich eine Entlastung für wenige Stunden, nämlich für die Zeit der Therapie selbst.

Schnelle Tips für Eltern
Erreichen Sie dass ihre Kinder Ihnen zuhören. Was können Sie tun, wenn Ihre Kinder Ihnen nicht zuhören?
Einige Dinge mit denen Sie nichts erreichen. Indem Sie ihnen kritisierende Befehle geben, die Kinder
unterwürfig machen, oder sie anflehen etwas zu machen; machen Sie Ihre Kinder stur, verletzt oder
trotzig.
Aber welche Methode ist effekitv?
Als erstes gehen Sie zu ihrem Kind und schauen Sie ihm in die Augen. Bei jungen Kindern erwecken Sie
die Aufmerksamkeit, indem Sie sie berrühren. Es hat keinen Zweck quer durch den Raum, oder von einem
anderen Zimmer aus, mit Ihren Kindern sprechen. Wenn Sie näher bei Ihrem Kind stehen, wird sie (oder er)
Sie besser verstehen. Sagen Sie Ihrem Kind was es zu tun hat oder was es lassen sein soll. Wechseln sie
das "Tu' das nicht" in "Tu' das" Beispiel: "Gehe anstatt zu rennen!"
Seien sie verständlich - Seien Sie spezifisch. Sagen Sie nicht: "Sei ein guter Junge und räume auf",
sagen Sie anstatt: "Tu' deine Sachen in den Korb" oder anstatt zu sagen "Mach dich fertig" sagen Sie
"Zieh' deine Jacke an und bring" deinen Rucksack.
Geben Sie ihrem Kind Informationen. Beschreiben Sie das Problem. Informationen helfen dem Kind
auszumalen, wie die Dinge laufen. Zum Beispiel "Ich telefoniere und brauche desshalb Ruhe" oder
"Ameisen kommen ins Haus, wenn Gummibärchen auf dem Boden liegen."
Benutzen Sie wenigere Wörter. Kinder ,schalten uns aus’ wenn wir in einem Zug nur reden. Anstatt eines
langen Monologes, sollten Sie ein Wort oder einen Satz benutzen, dies können sich die Kinder besser
merken. So wie "Gehe", "Bücher... Jacke" und "Erst Hausaufgaben, dann fernsehkucken".
Je lauter Sie schreien, um so weniger effektiver sind Sie. Schreien zeigt dem Kind, dass Sie sich nicht
mehr unter Kontrolle haben.
Anstatt Bestrafung: alle Kinder benehmen sich manchmal daneben. Dies ist ein natürlicher Prozess des
Erwachsenwerdens. Warum ist das Bestrafen keine gute Idee? Wenn Kinder bestraft werden, werden sie...
stur, verletzt oder trotzig. Sie vergessen dass das was sie taten falsch ist. Kinder müssen lernen,
was sie tun sollen, anstatt sich daneben zu benehmen. Bestrafung lehrt sie das nicht. Unsere Arbeit als
Eltern ist es, den Kindern dies beizubringen.
Versuchen Sie diese Ideen anstatt der Bestrafung: Verständlich, ruhig und mit Überzeugung sollten Sie
ihnen sagen, was sie tun sollen. Sollten die Kinder argumentieren, argumentieren Sie nicht zurück.
Benutzen Sie die Variante mit dem "hängengebliebenem Tonband": Wiederholen Sie ruhig und ernst Ihren
Standpunkt. Drücken Sie sich verständlich und wenn nötig mit Nachdruck aus. Aber bleiben Sie vorsichtig,
attackieren Sie nicht mit Ihren Wörtern. Erzählen Sie dem Kind, wie Sie sich bei dem Benehmen ihres
Kindes fühlen...und warum Sie sich so fühlen. "Ich mag nicht was ihr da macht! Jemand könnte sich
schwer verletzen!" Sagen Sie oder zeigen Sie ihrem Kind, wie es mit dem Problem umgehen soll.
"Ich kann nicht arbeiten, wenn dein Spielzeug hier überall liegt. Räume die Spielautos in den Korb
und die Puppen dort in den Schrank!" oder "Spiel hinter dem Haus mit dem Ball, nicht hier in der Nähe
des Fensters." Geben Sie Ihrem Kind eine Auswahl... aber nur Eine mit der auch Sie leben können.
"Du kannst neben mir zu Fuss gehen oder mit dem Fahrrad fahren. Du kannst wählen" oder "Essen gibt es
um 18.30 Uhr. Sei zu Hause, wenn du was essen möchtest."
Agieren Sie. Führen Sie die Methode bis zum bitteren Ende durch, wenn Sie Ihren Kindern eine Wahl
gegeben haben oder ihnen gesagt haben was auf sie zukommen wird. "Wenn du nicht zu Fuss gehen möchtest,
musst du eben mit dem Fahrrad fahren."
Erinnern Sie sich, dass Sie der Erwachsene sind. Bleiben Sie ruhig, ernst und klar. Wir alle machen
Fehler. Gott sei Dank, sind die meisten Kinder lieb und vergeben schnell. Also wenn Sie mal
verzweifeln, geben Sie nicht auf und versuchen Sie es erneut. Erschrecken Sie sich nicht vor den
folgenden Sätzen: "Ich versuche neue Methoden, um eine bessere Mutter/ein besserer Vater zu werden.
Das, was ich gerade tat, war nicht das was, ich eigentlich vor hatte zu tun. Es tut mir Leid und ich
werde es noch einmal versuchen."

Hilfe bei Lernstörungen und Hirnleistungsschwächen
Zumeist noch nicht nach der Geburt, erst bei geistigen Anforderungen der Kinder im Kindergarten,
der Frühförderung und der Schule werden die vielen Hirnfunktionsstörungen, Denk- und Lernstörungen
offenbar.Von den bisher mehrfach durchgeführten Langzeitstudien wissen wir, dass selbst durch gute
Förderung der Kinder der Intelligenzquotient als psychometrisches Mass sich im Laufe der Jahre nicht
nenneswert bessert und die geistige Retardierung uwiederbringlich ist. Zu sehr hat der Alkohol vor
der Geburt Struktur-und Funktionsveränderungen an den Hirnzellen, Hirnzentren, Nervenfortsätzen und
imkomplexen Werk der Reizaufnahme, Reizverarbeitung und der Informationsübertragung geschaffen. Wollte
man jedoch die sogenannte theoretische Intelligenz als umstrittene Richtgrösse der Hirnleistung
betrachten, so wären unsere Bemühungen für das Kind zu einseitig und zu kurz gesehen. Es fehlt den
Kindern an schneller Informationsverarbeitung, Kombinationsmöglichkeit, abstraktem fantasievollem Denken.
Jedoch gibt es eine durchaus, förderbare sogenannte praktische Intelligenz, die sich durch
Fördermassnahmen, Übungsbehandlungen und schulische Einflüsse bessern lässt.Wenn man das Einmaleins
auswendig lernt, so hilft dies erheblich beim komplizierten Rechnen. Die Uhr zu lesen ist zwar
theoretisch schwer beizubringen und zu verstehen, es hilft jedoch, wenn ein Kind lernt, mit dem
kleinen Zeiger zumindest die Tagesstunde ungefähr zu erfassen. Auch die häufig betroffene Merkschwäche
lässt sich durch Übung verbessern. Die Intelligenz des Menschen beinhaltet viele praktische Fähigkeiten,
motorische, sprachliche, weniger auf das logische Denken bezogene soziale und handwerkliche Fertigkeiten,
die durchaus förderbar sind, auch wenn sie sich nicht im üblichen IQ widerspiegeln. Die Lernstörungen
sind nicht allein bedingt durch einen verlangsamten, zähflüssigen, formalen Denkablauf im Gehirn, sondern
sind wesentlich geprägt durch Merkschwächen, unkonzentriertes Verhalten, impulsartiges Denken und Handeln
und auch durch Interesselosigkeit und mangelnde Motivation. Es ist oft schwierig, bei diesen komplexen
Störungen pädagogisch die „richtige Mischung“ der Einflussnahme und Übungsbehandlung zu finden, ohne das
Kind zu überfordern. Hierbei bewähren sich die herkömmlichen Erfahrungen der Schule, dass die Lernetappen
relativ kurz und gut strukturiert sein müssen, dass die Wiederholung auch hier die „Mutter des Lernens“
ist, da die Kinder ein eingeschränktes Kurzzeitgedächnis haben. Sie brauchen mehr Lob als Tadel, benötigen
mehr kurze Phasen der Konzentration auf geistige Dinge und häufiger körperlichen Ausgleich. Ob moderne
Lerntheorien, wie „entdeckendes Lernen anstelle erklärendes Lernen“ Anwendung finden können, muss bei
diesen Kindern noch erprobt werden. Aus der Neurophysiologie ist bekannt, dass ebenso wie bei
fortgeschrittenen Hirnausfällendes Erwachsenen, z.b; nach einem Schlaganfall, das Gehirn immer Plastizität
hat, eine komplexe Fähigkeit, Defizite zum Teil auszugleichen. Ebenso muss man sich vorstellen, dass bei
einem vorgeburtlich geschädigten Gehirn eine Nachreifung im weiteren Sinne einsetzen kann, durch welche
die Hirnfunktionen sich durch Übungsbehandlungen verbessern können.Wenn man Lernen als lebenslangen
Vorgang begreift, hat besonders ein Säugling viel zu lernen.Wenn er z.b. ein neues Wort lernen soll
und hierbei vielleicht zwanzigmal ein Wort vorgesprochen bekommen muss, bevor er es nachspricht,
lautsprachlich versteht und gedanklich anwendet, so gehört hierzu viel Mühe und Einsatz.
Ein Kind einer alkoholkranken Mutter wächst zweifelhaft besser in einer Ergänzungs-oder Ersatzfamilie
auf, wenn nicht innerhalb der Herkunftsfamilie neben der leiblichen Mutter die Voraussetzung der
Kindesversorgung zu leisten sind oder die Pflege eines Kindes nicht anderwertig,wenigstens für die
Zeit der Therapiemassnahmen,übernommen werden kann, z.b. durch Familienpflege oder andere
Familienmitglieder.
Prof.Dr.med.Löser (1.Jahrbuch des Pflegekinderwesens)

FAS/FAE geschädigte Kinder benötigen eine spezialisierte Betreuung von klein auf, um ihre Entwicklung
zu fördern:
| Früherkennung von FAS/FAE |
| Physiotherapie |
| Ergotherapie |
| Logopädie |
In der Schule eine den Kindern angepasste Lernmethode mit spezialisiertem Personal.
Ihr Entwicklungsmilieu bei den Eltern (Pflegeeltern, Adoptiveltern oder leiblichen Eltern) soll
konstant, stimulant, herzlich sein.
"Man sollte aufhören, so entsetzt zu sein"
Dem Schweizer Fachblatt "Netz 4/2000 - Zeitschrift für das Pflegekinderwesen" entnahmen wir das
folgende Interview, das Kathrin Barbara Zatti mit Peter Angst führte.
Peter Angst ist Sozialpädagoge mit Ausbildung in Familien- und Paartherapie sowie Supervision und
hat zusammen mit seiner Frau Dorothee in ihrer professionellen Pflegefamilie acht Pflegekinder
aufgezogen. Heute arbeitet er hauptsächlich als Paartherapeut und Supervisor, auch mit Pflegeeltern.
Weiter ist er Autor des Buches "Glück zu zweit auf Zeit? - verhandelnde Paare lieben länger",
Zytglogge 1999. Peter Angst verfügt über eine breite Erfahrung im Pflegekinderwesen, unter anderem
auch als Kursleiter in der Fortbildung für Pflegeeltern.
Warum ist "lügen, stehlen und mischeln (sich einen Vorteil verschaffen) in so vielen
Pflegefamilien ein Problem?
Weil es kaum ein Pflegekind gibt, das nicht Verletzungen, Unverdautes und Probleme in sich trägt.
Das löst solche Symptome aus. Von daher müsste man über diese Verhaltensweisen nicht erstaunt sein.
Ich glaube, wenn Pflegekinder nur angepasst sind, dann muss man sich mehr Sorgen machen.
Wenn ein Pflegekind ganz unauffällig ist, dann stimmt etwas nicht. Wir müssen davon ausgehen,
dass Pflegekinder schwierig sein dürfen. Wenn sie auf die erlittenen Verletzungen eine Reaktion
zeigen, dann ist das normal und gesund. Es zeigt, dass noch etwas in den Kindern intakt ist.
Gerade durch sein Verhalten bietet das Kind sozusagen ein Feld an, auf dem man arbeiten kann.
Man müsste sich also freuen, wenn Pflegekinder sich auffällig verhalten, indem sie stehlen,
mogeln oder lügen. Aber warum macht es einem so Mühe?
Ich glaube, weil man nicht gerne Störungen hat. Dass man sich Harmonie wünscht, ist natürlich
auch legitim. Pflegeeltern sind oft harmoniefreudig, engagiert, sozial, fürsorglich und haben
nicht gerne Störungen. Doch das passt gerade nicht zu den "brokehome"-Kindern. Bei der Auswahl
von Pflegeeltern müsste man darauf achten, wie konfliktfähig sie sind und ob sie auch Verständnis
und Sympathie für Randgruppen haben. Wenn Pflegeeltern zu harmoniebedürftig sind, dann wird es
eng für Pflegekinder - sie können gar nicht so viel Anpassungsleistung erbringen. Dann mischeln
sie vielleicht extra mehr oder stehlen in der Schule. Sie machen ihre "Verdauungsspiele" dort,
wo es am wenigsten Grenzen hat.
Was brauchen Pflegeeltern im Umgang mit "lügen, stehlen, mischeln"?
Eine gute Prise Gelassenheit, zum Beispiel über die Erfahrungen mit eigenen Kindern oder mit
Kindern in Heimen. Viele Pflegeeltern wollen es besonders "gut" machen, aber dieses verflixte
Gut-machen-Wollen ist eben gar nicht immer so gut. Aber das heißt nicht, dass man Verhaltensweisen
wie Lügen oder Stehlen tolerieren soll - man muss daran arbeiten, man muss sie korrigieren.
Manchmal kann man sie auch umpolen. Nehmen wir zum Beispiel das Mischeln. Viele Pflegekinder
mischeln super gut, sei es in Beziehungen, sei es in anderen Dingen: Das ist eine Begabung.
Wenn man das Positive erkennt und umsetzt, wird es zu einer Ressource. Wir hatten zum Beispiel
einen schulisch schwachen Pflegebub. Er hat es in der Schule gar nicht geschafft, jetzt mischelt
er sich seit Jahren mit Erfolg in verschiedenen Jobs durchs Leben. Es ist faszinierend, wie er
das kann ohne den entsprechenden schulischen Hintergrund. Aber er hat eine Begabung, so zu tun
als ob, er ist keck und risikofreudig. Schon als kleiner Bub hat er an einem Fest die Seifenkiste
eines wildfremden Buben verkauft und ist mit dem Geld heimgekommen. Fünf und sieben zusammenzählen
konnte er aber nicht. Heute verkauft er Telefone. Statt das Mischeln zu bekämpfen, kann man schauen,
was davon brauchbar ist. Oder: Viele Pflegekinder haben gelernt, ganz verschiedene Rollen zu spielen.
Das ist auch eine Begabung. Sie können schnell in verschiedene Rollen schlüpfen. Das kann man
beruflich nutzen. Diese Begabungen geben den Kindern eine gewisse Lebenstauglichkeit, die man fördern
kann.
Das heißt, man muss verschiedenen Arten von Mischeln oder Lügen oder Stehlen unterscheiden?
Ja, beim Lügen gibt es doch eine Art von Notlügen, die gescheiter sind als eine plumpe Offenheit.
Es gibt viele Berufe, die mit Notlügen arbeiten, und auch Erwachsene brauchen Notlügen. Kinder
lügen, weil sie mit etwas nicht zu Gang kommen, zum Beispiel mit dem engen Rahmen, den die
Pflegeeltern setzen, oder mit Bedingungen, die sie nicht erfüllen können. Weil sie ein Manko
haben, schützen sie sich mit ihren Lügen. So gibt es auch Schonungslügen. Beim Stehlen ist das
auch der Fall: Die Kinder versuchen, für sich etwas zu holen, sie wollen dadurch selber etwas
ausgleichen: Das ist ein positives Zeichen. Bei Kindern, die stehlen, kann man davon ausgehen,
dass sie irgendwo ein Defizit haben. Auch Kinder, die mischeln. Wenn ihnen nichts fehlen würde,
dann würden sie es nicht machen. Durch ihr Verhalten versuchen sie, uns etwas mitzuteilen. Es
braucht von den Pflegeeltern eine gewisse Neugierde und ein professionelle Haltung, um zu
erkennen, was die Ursachen sein könnten; es geht nicht so sehr darum, die Symptome zu bekämpfen.
Natürlich müssen sie auch Grenzen setzen.
Pflegeeltern müssen solches Verhalten nicht einfach akzeptieren und erdulden?
Nein, ich würde sagen: umpolen, wo man etwas umpolen kann, stoppen, wo man stoppen muss.
Aber auch mal eine Zeit lang wegschauen, wo es nicht allzu viel Schaden anrichtet. Wenn ein
Kind sehr viel destruktives Verhalten zeigt, dann kann man nicht alles auf einmal angehen.
Es gilt abzuwägen, wo man Grenzen setzen muss. Das Kind braucht einen gewissen Spielraum und
eine Schmuddelecke. Entsprechend brauchen die Pflegeeltern viel Toleranz. Wenn das Netz ganz eng
gezogen wird, rasten die Kinder aus oder laufen weg. Pflegeeltern müssen lernen, damit zu leben,
dass nicht immer alles ganz stimmt oder dass man auch manchmal bestohlen wird. Einer unserer
Pflegebuben hat es als 14-jähriger fertiggebracht, über Monate nachts mein Auto zu klauen und
auf Spritzfahrten zu gehen. Er hat es so raffiniert gemacht, dass ich es lange nicht gemerkt habe.
Heute noch erzählt er mit Stolz von seinen nächtlichen Abenteuern. Das hat ihm Selbstbewusstsein
gegeben und ihm Luft verschafft. Daran hat er sich sogar ein bisschen gesundet. Solche Sachen
müssen Pflegeeltern aushalten können.
Bedeutet aushalten können auch, nicht wütend zu werden und sich nicht aufzuregen?
Nein! Emotionen zeigen ist wichtig und sinnvoll. Pflegeeltern müssen zu den eigenen Gefühlen stehen,
denn nur so erlauben sie auch den Pflegekindern, zu ihren Gefühlen zu stehen, Wut und Empörung oder
Enttäuschung zeigen, das gehört dazu. Die Emotionen der Pflegeeltern sind für die Kinder Beziehung,
bedeuten Wärme und Reibung, es wäre schlimm, wenn man das unterdrückt. Gelassenheit bedeutet die
notwendige Ausdauer auf dem manchmal mühsamen Weg. Oder dass man sich bewusst ist, dass eine Krise
eines Pflegekindes ein Jahr oder länger dauern kann - dass man nicht gleich aufgibt. Aber es heißt
nicht, dass man keinen Ärger, keinen Frust oder keine Enttäuschung zeigen dürfte. Gelassen sein
heißt nicht, dass man alles einstecken muss.
Worauf müssen Pflegeeltern besonders achten?
Zu den besonderen Begabungen der Pflegekinder gehört auch, die partnerschaftlichen Probleme der
Pflegeeltern zu ihrem Vorteil auszunützen. Die haben ein sensibles Gespür dafür, wo die Eltern
uneinig sind, wo sie ein "Gnuusch" ("Durcheinander", nicht mehr im Griff) haben oder
Erziehungskonzepte, die nicht übereinstimmen. Das kann gefährlich werden für die Paarbeziehung.
Wenn es nämlich Konflikte gibt, dann können sich die Kinder auf beiden Seiten Vorteile ergattern
- nicht weil sie Freude daran haben, böswillig die Beziehung zu sprengen. Aber sie nützen die
Situation aus, um ihr Manko und eigene Defizite etwas aufzufüllen. Manchmal provozieren sie einen
Konflikt, oder sie halten ihn am Leben, weil so eben Vorteile und Profit für sie drinliegen.
Kinder sind nicht einfach Opfer von Konflikten auf der Ebene von Erwachsenen?
Wenn es da Spannungen gibt, dann mischeln die Kinder oft tapfer mit. Auch im Konflikt zwischen
Herkunftseltern und Pflegeeltern spielen Kinder durchaus eine aktive Rolle. Sie erzählen oft auf
der einen Seite, wie schlimm es auf der anderen Seite ist, und umgekehrt. So holen sie sich
Vorteile für sich heraus. Das Verhalten der Kinder ist auch ein Beziehungstest. Damit ein
verletztes Kind sich wieder beruhigt, braucht es enorm viel Bestätigung. Das geht über Jahre.
Es braucht unheimlich viel Ausprobieren und Testenkönnen von den Kindern und viel Bestätigung
von den Pflegeeltern. Man kann nicht den schnellen Erfolg erwarten.
Was können Pflegeeltern machen, damit sie nicht ausgenutzt werden?
Man müsste immer etwas voraus sein ... Man braucht eine gewisse professionelle Haltung. Wenn man
zu naiv an die Sache geht, wird man enttäuscht, und es führt häufig zu Umplatzierungen, was für
die Pflegekinder tragisch ist. Es kann ein Problem sein, dass Pflegeeltern nicht über die
schwierigen Seiten der Kinder sprechen können, weil andere nicht verstehen, wovon sie sprechen.
Die Nachbarn sagen vielleicht: Ja aber das ist doch so ein hübsches und liebes Kind! Es besteht
auch die Gefahr von Vorurteilen und Vorverurteilungen. Das heißt, dass den Kindern schnell ein
Etikett anhaftet. Deshalb ist es für Pflegeeltern wichtig, sich Orte zu schaffen, sei es in der
Supervision oder in einer Pflegeeltern-Gruppe. Hier können sie auch über die unguten Dinge
sprechen. Es ist schon sehr kränkend, wenn man angelogen oder bestohlen wird. Aber wenn man zu
verbittert ist, kann man keine Beziehung mehr anbieten. Pflegeeltern sollten eine Summe
einkalkulieren für Dinge, die kaputtgehen und für das, was einem gestohlen wird. Das gehört
sozusagen zum Berufsrisiko. Sehr wichtig ist weiter auch, dass Pflegeeltern gut informiert werden,
dass die Zuständigkeiten die Vorgeschichte des Kindes sorgfältig recherchieren und die
Pflegeeltern aufrichtig informieren.
Es wäre ja sonst eine Beschönigung, um nicht zu sagen ein bisschen gelogen?
Ja, es kommt vor, dass Versorger bewusst eine eher naive Pflegefamilie suchen, weil sie sonst gar
nicht platzieren könnten. So gesehen mischeln die Versorger auch, sie lügen auch. Um Pflegekinder
herum wird überhaupt viel gelogen: Die Herkunftsfamilie wird verharmlost und "lügt" oft, und die
Pflegeeltern beschönigen am Anfang häufig auch. Deshalb sollte man aufhören, so entsetzt zu sein,
wenn die Pflegekinder gewisse Störungen aufweisen. Sie machen mit ihrem Verhalten nur darauf
aufmerksam, dass etwas noch nicht stimmt.
Sie sagen, dass Lügen, Stehlen und Mischeln von Pflegekindern eigentlich etwas Positives enthält.
Gibt es auch etwas Positives, das die Pflegeeltern aus der Auseinandersetzung damit gewinnen?
Ja. Die Pflegekinder sind sehr gute Lebens-Lehrmeister, ich habe viel von ihnen gelernt. Es sind
echte Lebenserfahrungen, die man gewinnen kann. Pflegeeltern können viel für ihre persönliche
Entwicklung profitieren. Diese Kinder können es einem zum Beispiel ziemlich austreiben, eine
Pseudorolle zu spielen. Man muss ganz sich selber sein, sonst bricht es schnell wie ein Kartenhaus
zusammen. Man muss authentisch sein, das heißt, auch zu den eigenen Fehlern und Defiziten stehen.
Wenn man selber zu seinen Widersprüchen steht, kann können es auch die Pflegekinder besser. Das
gibt eine gegenseitige Gelassenheit. Wenn man selber bereit ist, sich auf Prozesse einzulassen,
dann ist das eine Motivation, die tragfähiger ist, als einfach etwas Gutes für die benachteiligten
Kinder tun zu wollen. Wir müssen aufhören mit diesem Kitsch von den "armen" Kindern. Ich habe viele
religiös orientierte Pflegeeltern getroffen, die ihren Glauben umsetzen wollen in einen Alltag:
Das ist eine gute Voraussetzung, um Pflegekinder aufzunehmen. Aber es kann auch gefährlich sein,
wenn sie sich an zu hohen und oft auch zu moralischen Idealen orientieren. Dass man dann zu
enttäuscht ist, wenn das Kind dauernd stiehlt oder lügt, ist eine Gefahr für das Pflegeverhältnis.
Alle Weltbilder, die relativ sind, sind nicht geeignet für Pflegekinder. Man kann also eine Weite
und Großzügigkeit entwickeln. Und was toll ist an Pflegekindern: Sie verzeihen einem viel.
Ich selber habe viele Fehler gemacht, und sie haben es mir immer wieder verziehen, sie sind den
Fehlern gegenüber großzügig. Sie brauchen zwar viel Toleranz, aber sie sind ihrerseits auch sehr
tolerant. Durch das Zusammenleben mit Pflegekindern kann man sogar ein wenig weise werden.
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