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Texte & Gedichte


Die Wut oder das Erwachen des Säbels

Das Märchen eines kleinen Jungen, der es verstand die schwarze Hexe, die in seiner Mutter wohnte, zu wecken.

Es war einmal ein kleiner Junge, der seine Mama sehr gut kannte, er kannte sogar bis in die Tiefen ihres Innern. Er war der Einzige der wusste, dass eine sehr böse, jähzornige, grässliche Hexe in seiner Mutter wohnte. Aber diese Hexe machte ihm keine Angst, weil er seine Mutter sehr liebte.

Also amüsierte der kleine Junge sich und weckte diese böse Hexe, die ganz tief in seiner Mama schlummerte.
Er kannte viele Tricks, zum Beispiel haute er mit seiner Gabel auf den Tisch, schmiss alles, was ihm in die Hände kam, auf den Boden,streute die Briefe herum, stieg mit schmutzigen Schuhen auf das Sofa, entrollte das Klopapier, bemalte die Mauern und fing an mit einem Messer in den Tisch zu ritzen.

Seine Mutter fing darauf an zu brüllen und zu stampfen, manchmal schleuderte sie einfach die Dinge, die sie in der Hand hielt weg oder rannte mit dem Fuss gegen die Tür. Sie kochte vor Wut.

Sie lief dann in ihr Zimmer knallte die Tür zu, um ganz alleine zu weinen. Sie verfluchte ihr Kind und ärgerte sich fürchterlich über sich selbst.

Was diese Mama nicht wusste, war dass dieser kleine Junge ihr dabei half selbstsicherer zu werden,ihre Kraft und Stärke zu finden.

Tatsächlich sie, die so ruhig, so verinnerlicht, die im Laufe der Jahre gelernt hatte ihre Wut zu beherrschen, ihre Launen zu zügeln, ihre Traurigkeit zu verstecken, ihre Freude unter Kontrolle zu bringen, fühlte sich so machtlos gegenüber diesen gigantischen Gefühlsausbrüchen.

All das geschah so, als ob dieses Kind ihr nun die Gelegenheit gab sich aus den Tiefen ihres Innern auszudrücken, als ob dieser kleine Junge sagen würde: "Jawohl du hast das Recht zu schreien, deine Wut zu zeigen ich gebe dir die Glegenheit,das, was du seit Jahren tief in dir verbirgst, zu zeigen."

Als sie das eines Tages verstand, spürte sie die Tränen die aus ihrer Kehle, aus ihrem Mund, ihren Augen, ihren Ohren aufstiegen, sie weinte sehr, sehr lange in den Armen ihres Kindes. Dann sagte sie ihm nur: "Danke schön."

So endet das Märchen des kleinen Jungen, der die Gegenwart der schwarzen Hexe ganz im Innern seiner Mama gespürt hatte und der alles daran setzte sie aufleben zu lassen.


Jacques Salomé
Aus dem fr.von V.H.




Auszüge aus dem Buch "Mama und Papa sind nicht meine richtigen Eltern"
(von Charly Kowalczyk)

Angela 18 Jahre

„Sie hat getrunken und geraucht, auch während sie mit mir schwanger war. Das war sicher ein Grund, dass sie mich weggegeben hat. Doch sie konnte mich auch vom Geld her nicht halten. Sie hat uns alle vier weggegeben.

Dadurch, dass meine Mutter in der Schwangerschaft geraucht und getrunken hat, habe ich jetzt noch Lernschwierigkeiten.

Ich bin ziemlich schlecht in Mathe. Das wird auch immer so bleiben. Da kann ich lernen, soviel ich will, das bleibt einfach nicht im Kopf. In der Schule geht es immer ganz gut. Nach den Ferien ist fast alles wieder weg, was ich gelernt habe. Es gehen grade eben mal die einfachsten Aufgaben. Ich sage auch ständig, dass ich das nicht kann. Ich traue mir zu wenig zu. Viele meinen, dass ich mehr schaffen könnte, wenn ich mehr machen würde. Manchmal verzweifle ich daran.“





Das Resultat des Verstehens ist, dass ich woanders stehe,
nämlich dem Menschen näher, den ich verstehen will,
bis ich schliesslich meinem Standort in ihm finde
und mir seinen Handlungen so einleuchtend erscheinen
wie die eigenen.




Du bist anders

Du bist anders, du mein Kind,
anders als die Meisten sind.
Doch gerade das macht dich zum Original.
Du bist anders, du mein Kind,
bist ein wilder Wirbelwind.
Doch ich nehm dich an und liebe dich total.

Schon am Morgen ziemlich früh,
sprühst du vor Energie.
Schmeisst vor Lebensfreude alle aus dem Traum.
Warten kannst du nicht,oh nein,
was du willst,muss sofort sein.
Brav und leise sein, so was gelingt dir kaum.

Du bist anders, du mein Kind,
anders als die Meisten sind.
Doch gerade das macht dich zum Original.
Du bist anders, du mein Kind,
bist ein wilder Wirbelwind.
Doch ich nehm dich an und liebe dich total.

Quirlig bist du ohne Rast,
und was du begonnen hast,
musst du nicht zu Ende bringen,das ist klar.
Denn dir fällt was Neues ein
Und auch das muss sofort sein.
Vergessen hast du dabei,das was vorher war.

Du bist anders, du mein Kind,
anders als die Meisten sind.
Doch gerade das macht dich zum Original.
Du bist anders, du mein Kind,
bist ein wilder Wirbelwind.
Doch ich nehm dich an und liebe dich total.

Ruhig zu sitzen find’st du dumm,
und oft schmeisst du etwas um,
weil du in Gedanken wieder ganz woanders bist.
Hosen,Dinge ohne Zahl gehen kaputt zu meiner Qual.
Zählen kann ich kaum,was du mal wo vergisst.

Du bist anders, du mein Kind,
anders als die Meisten sind.
Doch gerade das macht dich zum Original.
Du bist anders, du mein Kind,
bist ein wilder Wirbelwind.
Doch ich nehm dich an und liebe dich total.

Wenn dich was Neues interessiert,
bist du gar nicht mehr blockiert.
Bist begeistert bei der Sache ganz und gar.
Doch ist es nicht mehr interessant,
legst du’s ganz schnell aus der Hand,
weil es für dich so kurz nur etwas Neues war.

Du bist anders, du mein Kind,
anders als die Meisten sind.
Doch gerade das macht dich zum Original.
Du bist anders, du mein Kind,
bist ein wilder Wirbelwind.
Doch ich nehm dich an und liebe dich total.

So viele, die verstehn dich nicht
Denn böse Absicht ist das nicht.
Du hast ein sonniges Gemüt,das weiss ich fest.
Sie meinen du willst so wild sein,
doch glauben wolln sie’s nicht,oh nein,
dass deine Krankheit dich vieles so machen lässt.

Du bist anders, du mein Kind,
anders als die Meisten sind.
Doch gerade das macht dich zum Original.
Du bist anders, du mein Kind,
bist ein wilder Wirbelwind.
Doch ich nehm dich an und liebe dich total.

Drum lernen wir zusammen nun,
gemeinsam was dagegen tun.
Und Schritt um Schritt wird’s besser für uns Zwei
ein Stück.
Ich lerne immer neu von dir
Und du lernst auch etwas von mir.
Alleine sind wir dabei nicht,zu unserm Glück.

Du bist anders, du mein Kind,
anders als die Meisten sind.
Doch gerade das macht dich zum Original.
Du bist anders, du mein Kind,
bist ein wilder Wirbelwind.
Doch ich nehm dich an und liebe dich total.


Margrit Dietze




Wenn du anders bist

Weißt du wie es ist, wenn du anders bist?
Wenn etwas fehlt, etwas stört, nicht der Norm entspricht!

Weißt du wie es ist, wenn du anders bist?
Wenn and ´re schau ´n, sich nicht trau ´n, dich zu berühren.

Genieß dein Glück so zu sein wie die Andern sind,
hast du ´s erkannt, nimm meine Hand
und sei mir nah.


*

Weißt du wie es ist, wenn es ganz still ist?
Wenn der Wind an deinem Ohr stumm vorüber zieht.

Weißt du wie es ist, wenn es ganz still ist?
Wenn kein Vogel für dich singt, keine Freude bringt.

Genieß dein Glück so zu hör ´n, wie die Andern hör´ n,
hast du ´s erkannt, nimm meine Hand
und sei mir nah.


*

Weißt du wie es ist, wenn es dunkel ist?
Wenn die Sonne sich nie zeigt, niemals Wege weist.

Weißt du wie es ist, wenn es dunkel ist?
Keine Farbe zu dir dringt, niemand Licht dir bringt.

Genieß dein Glück so zu seh ´n, wie die Andern seh ´n,
hast du ´s erkannt, nimm meine Hand
und sei mir nah.


*

Weißt du wie es ist, wenn die Seele brennt?
Dich was fesselt, dich was quält, immer traurig macht.

Weißt du wie es ist, wenn die Seele brennt?
Wenn es dich bedrückt, wie verrückt, nicht von dir weicht.

Genieß dein Glück so zu sein, wie die Andern sind.
Hast du ´s erkannt, nimm meine Hand
und sei mir nah.


Von Magret Netten